Wandelhalle als ein kultureller Mittelpunkt

Die moderne Wandelhalle wird oftmals als kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt des Kurbetriebs bezeichnet, denn im Quellen­dom, der Teil der Wandelhalle ist, befinden sich die Ausgabe­stellen einiger wichtiger Bad Wildunger Heilquellen. Doch auch in puncto Veran­staltungen hat sich die Halle mittler­weile etabliert und wird innen sowie außen als Eventlocation genutzt.

Wir blicken zurück auf die Geschichte der heutigen Wandelhalle – von einem Quellen­haus bis hin zum modernen Gebäude. Die Historie der Wandelhalle beginnt im 14. Jahrhundert. Da die heilende Wirkung des damaligen Sauerbrunnens schon zu dieser Zeit bekannt war, errichtete man um den Brunnen herum ein simples Quellen­haus aus Holz, welches später durch ein massives Steinhaus ersetzt wurde. Der Kuraufent­halt in Bad Wildungen wurde immer bedeutender und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem bestimmenden Wirtschaftszweig der Stadt. So wurde auch die Außen­darstellung der Quellen stets wichtiger, weshalb für den Sauer­brunnen eine Wandelhalle gebaut wurde, die vor allem für den Saisonbetrieb Mai bis Oktober notwendig wurde.

Der Sauerbrunnen erhielt ab dem Zeitpunkt den Namen Georg-Viktor-Quelle. Der immer stärker werdende Kurbetrieb erforderte einen Ausbau der Wandelhalle, der 1929 erfolgte und insbesondere der Abgabe der Trinkkur diente. Für Veran­staltungen wurde zu dieser Zeit das Kurhaus genutzt. Jedoch wurde dies aufgrund von Verschleiß 1955 abgerissen, dadurch erhielt die Wandelhalle einen Veranstaltungs­saal mit gläsernem Umgang als Erweiterungs­bau. Durch die Erweiterungen gewann die Wandelhalle in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht wieder an Bedeutung, was auch bis zum Neubau des Kurhauses 1987 so blieb. Doch in diesem Jahr verlagerten sich die Veran­staltungen wieder vermehrt in das Kurhaus, die Trinkkur verlor an Bedeutung und die Gebäude­unterhaltung wurde aus finanziellen Gründen immer schwieriger. Durch die Übernahme des Kurbetriebs durch die Stadt Bad Wildungen wurde dieser Abwärts­trend unterbrochen. Eine grund­legende Sanierung von 2004 bis 2009 sorgte für eine Rundum-Modernisierung, wodurch die Wandelhalle heute wieder als ein lebendiger Mittelpunkt des Kur­geschehens dient und neben dem Veranstaltungs­saal und den Trinkkuren auch ein Museum, Ausstellungen sowie Gastronomie bietet.

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